Geschichte des Pucherhofes und Ansitz Zinneberg

 

1446 überließ Salomon Puecher dem Kloster Wilten in Innsbruck sein gesamtes Hab und Gut, einschließlich des Puecherhofes mit ca. 3 Hektar Grund. Er „pfründet“ sich in das Kloster ein und Abt und Konvent verpflichten sich ihn „treulich zu versorgen, tot oder lebendig“ und nach dem Tod einen Jahrestag zu halten.

Nach dem Übergang des Hofes an das Kloster, wurde die Rebanbaufläche verdoppelt, da sein Weinbedarf und der seiner Filialen zur Gänze aus Südtirol kam. Die jährlichen Abgaben der Hofbesitzer betrugen, neben dem zu Martini (11. November) fälligen Betrag von 20 Pfund Berner (4 Gulden), den halben Ertrag der Weinernte, der dem Bloshof in St. Pauls zu liefern war.

1521 wurde die zu liefernde Menge aus „1 Fulder“ (ca. 624 lt.) festgelegt. Es wurde der Lagrein angebaut, eine der ältesten noch heute angebauten Rebsorten Südtirols. Von der Familie Walch, die nachweislich den Hof seit 1480 bewirtschaftete, übernahm 1540 Franz Franzin den Puecherhof.

1570 erhalten Mathias und Florian Franzin, die Söhne des Franz, einen Wappenbrief. Mathias wird Besitzer am Puecherhof und seine Söhne Eustach und Paul führen seit 1619 den Titel „von zu Mareidt“. Der unweit gelegene Hof Mareidt aus dem 13. Jh. war ebenfalls in den Besitz der Franzin gekommen.

Eustachius Franzin lässt zwischen 1620 und 1630 an Stelle des ererbten Puecherhofes den heutigen Ansitz Zinneberg errichten und erhält 1632 das Adelsprädikat „von Zinnenberg“. 1652 wird den Franzin eine weitere Wappenverbesserung zugestanden. Der Edelsitz Kampan war durch Bartlmäh Franzin, einen Enkel des Eustachius, in den Besitz der Familie gelangt und die Führung des Titels „von Zinnenberg zu Mareidt und Kampan“ wurde bewilligt. 1672 wurde Baptist, ein weiterer Enkel des Eustachius, in den Freiherrenstand mit dem Titel „Freiherr von Zinnenberg, Weissenstein, Mareidt und Kampan“ erhoben. In der Nothelferkappelle von Gaid ist Eustachius Franzin gemeinsam mit seinen 3 Frauen und seinen 16 Kindern dargestellt.

Eustachius Franzin mit seinen 3 Frauen und 16 Kindern

 

Sein jüngster Sohn Franz Wilhelm übernimmt Zinnenberg. Dem Aufstieg des Hauses Franzin in Eppan im 16. und 17. Jh. folgten im 18. Jh. merklich angespannte Zeiten, von denen besonders der Familienstammsitz Zinnenberg betroffen war. Franz Wilhelm hat 3 Söhne, Franz Eustachius – trientner Domherr und Pfarrer in Kaltern, Christoph Paul – kaiserlicher Rat und niederösterreichischer Buchhalter und Josef Anton – Oberratspfleger in Bozen. Nach dem Tod von Christoph Paul 1728 sicherte sich Ferdinand Anton Freytag zu Freyenfeld zu Plazegg – mit Franzin´s verschwägert – auf dem Pfandweg den Zugriff auf Zinnenberg. Grundstücke aus dem Zinnenberg´schen Grundbesitz werden verkauft, anderen Höfen zugeschlagen.

Der Niedergang setzte sich durch Verkäufe unter der Besitzerin Maria Eva Dornacher-Stark zwischen 1772 und 1787 fort. Die Schulden gegenüber dem Stift Wilten häuften sich, bis 1787 der mit den Franzin verschwägerte Baron von Yrsch die Schulden bezahlte und den Besitz übernahm. Karl von Yrsch war mit der Urenkelin des Eustachius – Maria Anna Gabriela Franzin verheiratet.

Im 19. Jahrhundert kam der Besitz in bäuerliche Hände. 1959 erwarb der Bozner Unternehmer Maximilian Staffler den inzwischen sehr heruntergekommenen Ansitz und machte ihn wieder zu einem ansehnliche Besitz.

 

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